IFF-Eröffnungsfeier: Große Freude und Glückwünsche von allen Seiten
Als am 06. Juli 2011 die Eröffnung der ersten Interdisziplinären Frühförderstelle in Münster gefeiert wurde, herrschte vor allem Freude darüber, dass die vom Gesetzgeber bereits 2003 geschaffene Komplexleistung endlich auch in Münster angeboten wird.
In seiner Begrüßung erläuterte der Vorsitzende des Trägervereins Heinrich-Piepmeyer-Haus, Dr. jur. Fritz Baur, dass die neue Interdisziplinäre Frühförderstelle, kurz: IFF, die vierte „Säule“ im Heinrich-Piepmeyer-Haus darstellt neben der Kita, dem stationären Rehabereich „Eltern-Kind-Kurs“ und den Praxen für Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie. Damit ist der Verein seiner Tradition treu geblieben, stets sein Angebot an die sich ändernden Bedürfnisse körper- und mehrfach behinderter Kinder im Vorschulalter bzw. an bestehende Versorgungslücken anzupassen. Dr. Baur dankte insbesondere seinem Vorgänger, Dr. Tilman Pünder, für seinen außergewöhnlichen Einsatz, der die Einrichtung einer Interdisziplinären Frühförderstelle erst ermöglicht hat.
Oberbürgermeister Markus Lewe betonte in seinem Grußwort, dass der Rat der Stadt Münster mit seiner Entscheidung für die Interdisziplinäre Frühförderstelle im Heinrich-Piepmeyer-Haus eine gute Weichenstellung in Richtung sozialer Zukunftsfähigkeit der Stadt Münster getroffen hat. In diesem Zusammenhang dankte er allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Heinrich-Piepmeyer-Haus für ihr jahrzehntelanges Engagement bei dieser so wichtigen Arbeit mit und für behinderte Menschen und ihre Angehörigen. Weiterhin dankte er auch allen Ehrenamtlichen, die regelmäßig im Piepmeyer-Haus bzw. im Trägerverein tätig sind. Zu einer zukunftsfähigen, lebenswerten Stadt gehören nach Aussage von Markus Lewe nicht nur schöne Gebäude, wie Museen, Stadien, Straßen, Schulen und Shopping Malls sondern, dass es gelingt, eine selbstverständliche, barrierefreie Welt, eben eine Welt der Inklusion zu schaffen. Als Schlüssel hierzu bezeichnete Lewe die Prävention: „lieber rechtzeitig schützen, statt spät heilen“.
Norbert Müller-Fehling, Geschäftsführer des Bundesverbandes körper- und mehrfachbehinderter Menschen e.V., freute sich über die Eröffnung der Interdisziplinären Frühförderstelle in Münster, denn die Verhandlungen gestalten sich vielerorts schwierig und kommen nicht immer zu einem Abschluss. Demnächst wird es daher eine bundesgesetzliche Initiative geben, um die Umsetzung der Komplexleistung zu erleichtern. Besonders verbunden zeigte sich Müller-Fehling mit dem Heinrich-Piepmeyer-Haus, weil der Trägerverein 1959 Gründungsmitglied des Bundesverbandes für körper- und mehrfachbehinderte Menschen war, und auch heute noch die Verbandsarbeit „richtungsweisend und mit hoher Fachlichkeit“ begleitet.
Den Festvortrag hielt Prof. Dr. med. Jürgen Kühl aus Bremen „Von der Diagnose zur Inklusion“.
Zum Abschluss der Veranstaltung verdeutlichte Dr. jur. Tilman Pünder, Vorstandsmitglied und ehem. Vorsitzender des Trägervereins, nochmals die Neuartigkeit der Komplexleistung und der Interdisziplinären Frühförderstelle und freute sich, dass diese Angebotslücke in Münster nunmehr geschlossen wurde. Sein Dank galt vor allem der Stadt Münster und der Unterstützung durch den Bundesverband körper- und mehrfachbehinderter Menschen e.V.


